Eines der schwierigsten Felder der Produktfotografie ist das Fotografieren von Glas. Deswegen sei als erstes erwähnt, dass Gegenstände aus Glas am besten in einem Studio von einem Profi fotografiert werden sollten. Dieser hat nämlich das nötige Equipement, also Flächenlichter, Lichtboxen, Abschatter und Reflektoren.

Fehlt Ihnen das nötige Kleingeld, dann können Sie auch mit ein bisschen Bastelei zu recht guten Ergebnissen kommen.

Sie benötigen: Ein Lichtzelt (siehe Tutorium “Softbox selber machen”), weiße Pappe als Hohlkehle, ein Grundlicht und ein Spotlight (z. B. Schreibtischlampen), ein Stativ, zwei Streifen Reflektorfolie und schwarzen Karton.

Das Glas fotografieren

Zuerst nehmen Sie das Objekt aus Glas und reinigen es gründlich. Eine anschließende Politur kann nicht schaden. Bevor Sie es dann wieder in die Hand nehmen, ziehen Sie Stoffhandschuhe an, damit Sie keine unschönen Fingerabdrücke auf dem Glas hinterlassen. Stellen Sie das Glas in die Mitte der Softbox.

Das Licht

Glas fotografieren Aufbau Die erste Lichtquelle verwenden Sie als gleichmäßiges Flächenlicht (Grundlicht) von oben. Es betont die Konturen des Glases. Die zweite Lichtquelle stellen Sie links außen neben der Softbox auf und richten sie auf das Glas. Da sie als Spotlicht fungiert, sollte diese heller sein. Klemmen Sie zwischen Glas und linker Außenwand der Softbox ein Butterbrotpapier, dies sorgt für weiche Reflexe auf dem Glas. Verwenden Sie auf keinen Fall normales Papier, denn dieses ist nicht lichtdurchlässig. Achten Sie beim Positionieren der zweiten Lampe auf die Distanz zwischen Lichtquelle und Objekt, wenn diese zu klein ist, wird das Glas zu hell ausgeleuchtet und das Bild wird in den hellen Bereichen ausreißen, ist sie zu groß, werden die Reflexe zu dunkel.

(Bild 1 – Aufbau: Softbox, zwei Ikea Arbeitslampen mit Halogenbirnen 48 Watt und 55 Watt, Reflektorstreifen (hinter dem Glas), Holhkehle aus Pappe, Butterbrotpapier links vom Glas und im Vordergrund der rechten Seite die schwarze Pappe um Raumreflexionen zu vermeiden. Sieht chaotisch aus – ist dafür um so wirkungsvoller.)

Die Reflektoren

Sie können sich die zwei Reflektoren  selbst basteln. In jedem handelsüblichen Verbandkasten ist eine Rettungsdecke aus reflektierendem Material. Die eine Seite ist gold- die andere silberfarben. Schneiden Sie davon zweimal ein Stück ab und kleben es auf eine sehr stabile Pappe. Diese sollte so breit und ungefähr  doppelt so hoch sein wie das zu fotografierende Glas. Schneiden Sie die Pappe unten mittig ca. 5 cm ein. Klappen Sie diesen Einschnitt nach vorne bzw. nach hinten, so erhalten sie zwei sichere Standflächen. (Vergessen Sie nicht, die fehlende Rettungsdecke im Verbandskasten zu ersetzen!)

Stellen Sie die Reflektoren nun schräg rechts und schräg links hinter das Glas. Sie werden beim Fotografieren das Licht so reflektieren, dass die Konturen des Glases betont werden (heller schein am Rand des Glases). Dadurch hebt sich das Glas gut vom Hintergrund ab – jetzt können Sie das Glas fotografieren.

Ebenso gut beim Glas fotografieren wäre ein Flächenlicht von unten. Wie Sie sich dieses Flächenlicht mit einem alten Koffer selbst basteln können, wird in einem der  folgenden Tutorien beschrieben.

Glas fotografieren vorher nachherAuf dem Beispielbild ist der Unterschied deutlich zu erkennen. Bild 2 linke Seite: das nicht ausgeleuchtete und nicht geputzte Glas. Gut zu erkennen sind die Raumreflexionen, ebenso heben sich die Konturen schlecht vom Hintergrund ab und das Glas wirkt stumpf. Rechte Seite das gesäuberte, ausgeleuchtete, freigestellte und vor einen grauen Verlaufshintergrund gesetzte Glas.

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