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Kleine Kaufberatung: Die richtige Digitalkamera für Ihre Produktbilder

Bei “Produktfotos machen” denken die meisten an Fotostudios, komplexe Aufbauten und professionelle Kameras. Produktfotos, die unter diesen Umständen entstehen, sind meist sehr hochwertig, aber auch sehr kostspielig. Kleineren Onlineshop-Betreibern, ebay-Power-Sellern und Mittelständischen Betrieben ist dieses Vorgehen aber zu teuer.Für viele Ansprüche reicht es, die Bilder mit einer „normalen“ Kamera zu machen und sie anschließend nachzubearbeiten bzw. nachbearbeiten zu lassen. Aber welche Kamera ist die richtige für Sie?

Digitale Kompaktkamera auf Stativ

Bei “Produktfotos machen” denken die meisten an Fotostudios, komplexe Aufbauten und professionelle Kameras. Produktfotos, die unter diesen Umständen entstehen, sind meist sehr hochwertig, aber auch sehr kostspielig. Kleineren Onlineshop-Betreibern, ebay-Power-Sellern und Mittelständischen Betrieben ist dieses Vorgehen aber zu teuer.Für viele Ansprüche reicht es, die Bilder mit einer „normalen“ Kamera zu machen und sie anschließend nachzubearbeiten bzw. nachbearbeiten zu lassen. Aber welche Kamera ist die richtige für Sie?

In diesem Artikel wollen wir ein paar Anregungen zusammentragen und Sie in Ihrem Kaufprozess unterstützen und Ihnen Ihre Kaufentscheidung erleichtern.

Anm.: Wir betrachten wir hier nur den Einsatzzweck zur Produktfotografie.

Bei der Vielfalt an verfügbaren Digitalkameras wird grundsätzlich zwischen drei Kameratypen unterschieden:

Kompaktkamera

PRO: Handlich, klein, einfach zu bedienen, preisgünstig, hohe Tiefenschärfe, viele Motivprogramme (=> besonders interessant für weniger ambitionierte Amateurfotografen, die es auch bleiben wollen).

CONTRA: Schlechtere Bildqualität auf Grund der sehr kleinen Bildsensoren für die ausgegebenen Megapixel (siehe Infokasten) und der zu kleinen Objektive für den hohen Brennweitenbereich, kein externer Blitzanschluss

Infokasten zur Sensorgröße
Bei kleinen Sensoren reicht das Pixelzahl/Flächenverhältnisses nicht aus, um beispielsweise 10 echte Megapixel abzubilden. Daher wird das Bild künstlich hochgerechnet. Das dadurch entstehende Bildrauschen wird nachträglich entrauscht, was zu verwaschenen Details führt. Kompaktkameras schärfen diese  Verwaschungen oft stark nach. Dieses Nachschärfen erzeugt dann sehr unschöne Bildartefakte.

Bridgekamera

PRO: Manuelle Einstellmöglichkeiten, sehr großer Brennweitenbereich, geringeres Gewicht als eine DSLR

CONTRA: Keine Wechselobjektive, nicht so handlich wie eine Kompaktkamera,  teilweise so teuer wie eine DSLR mit Kit-Objektiv.

Digitale Spiegelreflex (DSLR)

PRO: Sehr gute Bildqualität durch große Sensoren (Sehr rauscharm und scharf), Wechselobjektive, daher ausbaufähig und flexibel einsetzbar, manuelle Einstellmöglichkeiten

CONTRA: Unhandlich (vor allem mit mehreren Objektiven), teuer, zeitintensive Einarbeitung

Worauf muss ich beim Kauf einer Digitalkamera achten?

Wir empfehlen für den Kauf Ihrer neuen Kamera auf jeden Fall den Händler vor Ort. Hier können Sie Ihr Objekt der Begierde nämlich live begutachten, anfassen und ausprobieren. Privat liebäugelte ich beispielsweise mit der Sony Alpha 55. Da diese aber so schlecht in meine recht große Hand passte, und ich immer das Gefühl hatte, sie würde mir aus der Hand rutschen, entschied ich mich letztlich für die Canon 600D.

Wichtig

  • Handhabung
    Die Kamera muss Ihnen gut in der Hand liegen und die Bedienung sollte Ihnen zusagen. Ist das nicht der Fall, werden Sie keinen Spaß am Fotografieren entwickeln und Ihre Produktfotos werden zur reinen Fleißarbeit.
  • Verarbeitung
    Klapperts? Wackelts? Fühlt sich das Gehäuse “billig” an? Wenn ja, Finger weg und zum nächstbesseren Modell greifen. Sonst vergeht Ihnen schnell die Lust am Fotografieren.
  • Ausstattung
    Bietet die Kamera alle Funktionen für Ihre geplanten Einsatzgebiete? Und wenn nicht – können Sie die Kamera ggf. aufrüsten?
  • Bildqualität
    Genügt die Bildqualität Ihren Ansprüchen? Wie sind Farben und Schärfe? Verlassen Sie sich hier nich auf das Kameradisplay, sondern nutzen Sie zur Prüfung mindestens einen Computer beim Händler vor Ort.
  • Makro
    Eine Makrofunktion benötigen Sie nur, wenn Sie sehr kleine Produktdetails fotografieren müssen. Dann aber sollten Sie unbedingt darauf achten.
  • Zubehör
    Stativ (vor allem für die Produktfotografie!), Tasche, Displayschutz, zweiter Akku, schnelle Speicherkarte, Scheinwerfer zum ausleuchten der Produkte

Weniger wichtig

  • Auflösung
    Sie ist mittlerweile bei allen Digitalkameras mehr als ausreichend.
  • Effekte
    Diese können Sie nachträglich mit jeder Software auf das Bild rechnen.
  • Fabrikat
    Dies ist nebensächlich – siehe oben.

Die Tiefenschärfe-Falle

Was in Filmen und bei Fotos als klassischer “Profi-Look” gilt (Objekt vorne scharf, Hintergrund unscharf), nennt man in der Fachsprache “geringe Tiefenschärfe” und meint einen kurzen bis sehr kurzen Bereich auf der Achse Kamera-Objekt, der scharf abgebildet wird. Wenn diese Strecke sehr kurz ist, kann es passieren, dass bei Ihrem Produktfoto nur ein Teil des zu fotografierenden Objekts scharf ist. Dies verwässert einerseits Produktdetails für den Kunden und erschwert anderseits bei der Nachbearbeitung ein sauberes Freistellen der unscharfen Kanten. Dieses Problem tritt aber nur bei größeren Objekten auf, oder wenn Sie im Makro- oder Zoom-Bereich fotografieren.

Wenn Sie eine geringe Tiefenschärfe für den effektvollen, kompositorischen Einsatz bei der Produktfotografie nutzen wollen, um beispielsweise das Objekt “in Szene zu setzen”, (z.B. als Kopfgrafik im Onlineshop, auf der Titelseite eines Katalogs oder Prospekts usw.), dann brauchen Sie eine DSLR Kamera, denn Kompaktkameras und Bridgekameras erzeugen durch den sehr kleinen Sensor keine ausreichend geringe Tiefenschärfe.

Woher kommt die geringe Tiefenschärfe?

Salopp gesagt: auf Grund der Sensorgröße.
Vergl.:http://www.prophoto-online.de/digitalfotografie/Sensorgroesse-Schaerfentiefe-10001071

WIE groß oder klein die Tiefenschärfe tatsächlich ist, hängt von der Sensorgröße, der verwendeten Blende, dem Abstand zum Motiv und der eingestellten Brennweite ab.

Vergl.: http://www.rene-grothmann.de/Fotografie/Schaerfentiefe.html

Es zeigt sich hier bereits, dass das Fotografieren mit DSLR Kameras deutlich komplexer ist und wirklich nur dem zu empfehlen, der sich mit dem Thema “Fotografie” intensiver auseinandersetzen möchte.

Unser Fazit

Prinzipiell reicht Ihnen für Produktfotos eine digitale Kompaktkamera, vor allem dann, wenn Sie Ihre Bilder größtenteils online verwenden. Auch haben Sie hier nicht das o.g. Tiefenschärfeproblem. Außerdem  bieten diese Kameras eine Fülle an Motivprogrammen, die für die Produktfotografie meist ausreichen. Aber Sie sollten keine Wunder in punkto Farbechtheit, Bildrauschen (vor allem bei sehr dunklen Objekten) und Abbildungsleistung (Verzerrung, Farbsäume an den Objektkanten im äußeren Bildbereichusw.) erwarten.

Die Vorteile einer Bridgekamera gegenüber einer Kompaktkamera sind – bezogen auf die Produktfotografie – vernachlässigbar. Sie brauchen in den meisten Fällen nämlichweder sehr hohe Brennweiten noch manuelle Einstellmöglichkeiten.

Eine DSLR kaufen Sie bitte nur, wenn Sie sich wirklich mit der Fotografie auseinandersetzen wollen. Wenn das der Fall ist, werden Sie mit einer DSLR sicher am meisten und längsten Freude haben.

Aber bedenken Sie, dass eine DSLR die höchstmögliche Bildqualität nur mit guten und teuren Objektiven erreicht. Preis-Leistungs-technisch gesehen ist es daher besser, ein Mittelklasse-DSLR-Gehäuse mit einem (sehr) guten Objektiv zu kaufen als ein Profi-DSLR-Gehäuse mit einem billigen Objektiv. Ist eine spätere Aufrüstung auf ein Profi-Modell wahrscheinlich, sollten Sie auf die Kompatibilität der Objektive für beide Sensorgrößen achten.

Viel Spaß beim Knipsen!

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